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Apple: Hat der Mac eine Zukunft?

Unterwegs auf einen Computer verzichten? Uncool. Möchte ich nicht. Das würde nerven. Es fängt schon damit an, dass ich auf Reisen immer meine neuesten Fotos sehen möchte. Was ich da aber so gar nicht brauche, ist eine Tastatur. Die stört nur.

Hat der Mac eine Zukunft?

Mir ist klar, dass es „User to go“ gibt, die das anders sehen. Die brauchen unterwegs Hardware zum Tippen. Was mit Hub & Haptik. Ich gehöre nicht dazu. Meine Reiseberichte schreibe ich vor Ort auf dem iPad. Muss ich. Sonst vergesse ich das. Daheim lese ich die Texte einmal am iMac gegen. Dann kann das online.

Ob das auf einem MacBook Pro eleganter umsetzbar gewesen wäre? Wohl kaum. Allein schon aus Transportgründen. Was ich aber weiß ist, dass das aktuelle MacBook Pro mit einer halbwegs sinnvollen Ausstattung schnell auf rund 2.000 Euro kommt. Dafür müsste ich „etwas länger“ sparen. Vielleicht würde sogar darüber nachdenken – wenn ich wüsste, dass das MacBook Pro dann noch erhältlich ist …

Damit sind wir schon bei Apples Computerabteilung. Aus der kommen überraschende Nachrichten. Angeblich gibt es nicht mal mehr ein eigenständiges macOS-Team. Die Hardware-Entwickler würden demnach gar nicht, oder nicht mehr ausschließlich an neuen Macs arbeiten.

Solange solche Nachrichten vom Wahrheitsministerium nicht als Fake News deklariert und aus dem Netz entfernt werden, werde ich mir den nächsten Kauf lieber genau überlegen.

Wenn es aber stimmt, dass Macs bei Apple nur noch 10 % der Einnahmen generieren, wäre es im ersten Moment sogar verständlich, dass sich die Prioritäten in Cupertino verschieben. Die liegen offenbar in erster Linie auf dem iPhone und dem iPad. Tim sollte jedoch nicht vergessen, dass Apple seinen Erfolg auch aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Geräte zieht. Wenn es irgendwann keine Macs mehr geben sollte, brauche ich auch nicht darauf zu achten, ob ich ein iPhone oder ein Android-Gerät in der Hosentasche habe. Dann nehme ich das Gerät mit der besseren Kamera. Und sollte es wirklich so weit kommen, dass die Mac-Abteilung immer weiter schrumpft, wäre auch ein Surface eine interessante Alternative für mein iPad.

Leider gibt es tatsächlich Anzeichen dafür, dass diese „Meldungen“ nicht so ganz falsch sind, denn die meisten Macs wurden seit über einem Jahr nicht mehr aufgefrischt. Das hauseigene Top-Modell „Mac Pro“ wird sogar seit rund 3 Jahren unverändert gebaut. Gerade das halte ich für fatal. Selbst wenn morgen ein neues Modell erscheinen würde, kann man zumindest gefühlt nicht mehr sicher sein, dass diese Produktlinie noch gepflegt wird. Wie lange müssen Kunden auf das nächste Hardware-Update warten, wenn sie heute kaufen? Laufen neue Betriebssystemversionen auf dem Gerät? Wird es überhaupt neue Betriebssystemversionen geben? Und das alles zu einem Preis, der bei 3.399 Euro anfängt und bei über 11.000 Euro endet. Für ein drei Jahre altes Modell. Aber gut, drei Jahre sind ja nichts im Computer-Zeitalter.

Aber vielleicht besteht ja auch kein Anlass zur Sorge, denn Tim hat unlängst verlauten lassen, dass „großartige Macs“ vor der Tür stehen. Vermutlich so großartig, wie das neue Macbook Pro. Das hat die User-Gemeinde mächtig polarisiert. Mich nicht. Ich habe mich längst von dieser Art Mobil-Mac verabschiedet. Brauch‘ ich nicht mehr. Wegen meiner Kamera trage ich eh‘ schon zu viel Gewicht mit mir herum. Mein Mobilcomputer hört auf den Namen iPad. Damit kann ich alles machen, was ich auf Reisen benötige. Z. B. Mails, Web und Twitter. Und natürlich Bilder. Ganz wichtig! Auf Reisen möchte ich immer meine neuen Fotos sehen. Nicht auf dem rückwärtigen Kamera-Display, sondern auf einem spürbar größeren Bildschirm.

Und 2.000 Euro für ein vernünftig ausgestattetes MacBook Pro? Das gebe ich für einen Mobilrechner einfach nicht mehr aus. Ich verzichte lieber auf gewisse Möglichkeiten und spare dann rund 1.500 Euro. Und das iPad löst für ca. 500 Euro locker 60-70 % meiner benötigen Computerfähigkeiten. Das Verhältnis scheint mir ziemlich gesund. 2.000 Euro für ein MacBook Pro, das ich nur 6-8 Wochen unterwegs benötige, klingen für mich hingegen total ungesund. Das Geld gebe ich lieber für Objektive aus.

Wenn noch mehr User für sich entdecken, dass das iPad den größten Teil ihrer Computer-Aufgaben löst, kaufen noch weniger einen Mobil-Mac mit Tastatur. Vielleicht denkt Apple ja ähnlich darüber und hat die Preise für das iPad Pro auch deshalb in solche Höhen geschraubt?

Am Ende bliebe dann nur noch eine Frage: Worauf soll man seine Apps und iBooks in Zukunft entwickeln? Ich hoffe jedenfalls sehr, dass Apple beim Mac wieder deutlich mehr Gas gibt. Wenn sie das nicht wollen, sollten sie wenigstens das Betriebssystem an Hardwarehersteller lizensieren.

Jörn Daberkow

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16 Comments on “Apple: Hat der Mac eine Zukunft?

  1. Hallo Jörn,

    ich habe mich für ein iPad pro entschieden und mein Macbook pro ist quasi eingemottet. Ich habe es jetzt noch mal kurz aktiviert, weil der Provider für meine Webseite eine Preissteigerung von über 50% angekündigt hat. Für die notwendigen Sicherungsarbeiten vor der Kündigung habe ich für das iPad keine Möglichkeit gefunden.

    Ansonsten vermisse ich für meine Bedürfnisse mit dem iPad nichts und warte nur noch auf Affinity Photo für iPad.

    Bei den Sicherungsarbeiten am Macbook habe ich mich übrigens immer wieder dabei ertappt, wie ich irgendwelche Aktionen durch Streichen über den Bildschirm anstoßen wollte. Man ist halt ein Gewohnheitstier 🙂

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben schöne Feiertage.

    Gruß aus LEV

    Klaus

    • Hallo Klaus,

      danke für den ersten Schmunzler des Tages. Du hast Post.

      Jörn

  2. Eine Tastatur ist mir schon sehr wichtig. Ich habe vor (gefühlt) 100 Jahren mal Schreibmaschine gelernt und kann auf dem iPad, wo ich die Tasten nicht fühlen kann, nicht blind schreiben. Mit Blickkontakt dauert das einfach länger. Als ich im letzten Jahr in den USA war, habe ich mein iPad für Mails, zum Surfen und zum Abspielen von Musik benutzt. Blog-Artikel habe ich am MacBook Air meiner Frau geschrieben und hochgeladen.

    Ein Betriebssystem mit Schreibtisch und Ordnern, die ich selbst anlegen, kopieren, verschieben kann usw. mag ich lieber als das iOS. Ich hoffe das macOS überlebt und hoffe ebenfalls auf neue Macs, wenn mein 6 Jahre alter MacPro nicht mehr mithalten kann. Zur Zeit kann er noch 🙂

    • Hi Jürgen,

      wie bei mir. Ich habe 77-79 auf einer Olympus gelernt. Da hatten die Tasten noch einen ganz anderen Hub. 🙂 Auf einem iPad kann ich natürlich auch nicht blind schreiben. Muss ich unterwegs aber auch nicht. Da geht’s auch mal ohne. Und ich möchte dir auch beim dritten Punkt zustimmen: Ein Betriebssystem mit einer sichtbaren Dateiverwaltung finde ich auch besser. Kann ja in iOS noch kommen. Ich halte den aktuellen Zustand eher für eine künstliche Beschränkung. Aber um es mal klar zu sagen: Ich fände es total scheiße, wenn Apple die Mac-Plattform aufgeben würde. Momentan kann ich mir das nicht vorstellen.

  3. Warum Apple nicht mehr für seine Macs tut, verstehe ich absolut nicht. Man könnte ja zumindest jedes Jahr mal in einen Mac Pro und einen Mac mini den neuesten Prozessor, eine besser Grafikkarte reinstecken – das kann ja nicht so viel Aufwand sein. Aber Produkte drei Jahre unangetastet zu lassen, ist Ignoranz dem Kunden gegenüber. Ich erwarte ja nicht, dass ein Gerät jedes Jahr generalüberholt wird, aber eine jährliche Anpassung ist einfach Pflicht. Das wird aber letztendlich nur noch bei iMacs und MacBooks gemacht. Wirklich schade. Von Innovation wollen wir mal gar nicht erst reden …

    Sterben werden Macs nicht. Meine Haltung zum iPad als Laptop-Ersatz ist hinreichend bekannt. Ich mag mein iPad, aber es erlaubt mir bei weitem nicht das zu tun, was ich auf einem MacBook machen kann.

    Aber Apple bräuchte mal einen Tritt in den Arsch. Und ich hoffe darauf, dass Tim Cook seinen Worten bald Taten folgen lässt – dass es Neues für den Mac-Bereich gibt.

    • Hallo Ulf,

      klar kann das iPad bei weitem nicht das, was ein macOS-Computer kann. Die Frage ist nur, ob die iOS-Leistung unterwegs womöglich ausreicht. Die kann ich für mich mit ja beantworten. Zu Hause natürlich nicht. Bei weitem nicht.

      Was die versprochenen Macs angeht, will ich mir lieber keine zu großen Hoffnungen machen. Die könnten sonst all zu leicht enttäuscht werden.

      • Ich bin natürlich mehr als du unterwegs (zumindest beruflich – beim Urlaub hast du extrem klar die Nase vorn) und benötige mein MacBook da auch. Die Probleme mit dem iPad gehen schon los, weil die SmartBoards bei uns an der Schule die iPad-Auflösung nicht mögen. Da gibt es ordentlich Trauerrand, es sieht auch sonst unansehnlich verpixelt aus. Und auch sonst: Ich brauche einfach eine Tastatur – wenn ich da eine externe fürs iPad mitnehmen, bin ich schon beim MacBook-Gewicht. Und Fotos auf dem iPad bearbeiten mag ich auch nicht, auch wenn Lightroom mobil wohl inzwischen fast den gleichen Funktionsumfang hat.

        • Klar, diese Art von mobiler Nutzung gibt’s auch. Und sie stellt andere Anforderungen an einen Computer. Im Urlaub passt es für mich, Zu Hause würde mir ein iPad im aktuellen Funktionsumfang auch nicht genügen. Ich hoffe ja, dass Apple da noch mehr machen wird. Das aktuelle iOS kann ja schon viel mehr als die erste Version.

        • Tastatur, genau. Ich habe eine logitech Tastatur, die 3 belegbare Bluetooth-Tasten hat und damit kann ich schnell und komfortabel phone, pad und Computer bedienen. Aber für ne Reise bisserl groß.

          Fotos bearbeite ich nur am iMac, alle Versuche, das auf dem iPad zu erledigen, führten zu nicht so richtig tollen Ergebnissen in groß.

          • Doch, ich bearbeite unterwegs ab und an Bilder am iPad. Aber auch nur um das Potenzial zu sehen. Wie du offenbar auch, verwende ich Bilder nur dann, wenn ich sie auf dem Mac optimiert habe.

  4. Hallo Jörn,

    mit einem Tablet erschlage ich 90 % meiner Anforderungen an ein Mobilgerät und 60% meiner Computerbedürfnisse. Zum Vieltippen nutze ich eine Bluetooth Tastatur, die passt mit dem iPad in den Rucksack.

    Meine Daten lege ich meist nur noch cloudbasiert ab, denn via WiFi oder per mobiler Daten darauf zuzugreifen ist für mich komfortabler wie ständig mit USB-Sticks zu Hantieren.

    Gerade auf Reisen habe ich das iPad mittlerweile schätzen gelernt, wir nehmen meist gar keinen Laptop mehr mit in Urlaub.

    Meinen Mac feure ich meist nur noch zum musizieren an. Das geht auf iPad und iPhone leider nicht so komfortabel. Amplitube auf dem iPhone habe ich gensu einmal benutzt, ist viel zu fummelig.

    Ich wünsche mir für die Zukunft eigentlich ein Hybridgerät, nur ob es dass von Apple geben wird, steht in den Sternen.

    • Moin Heiko,

      ja, zumindest die Bluetooth-Tastatur von Apple ist wirklich schön klein. Ich hatte auch mal eine. Die ist inzwischen an die Enkel verschenkt. Cloud? Mache ich auch so.

      Ich bin neugierig, ob die angekündigten „großartigen Macs“ wirklich großartig sein werden …

      Jörn

  5. Ich nutze aktuell immer noch meinen iMac und mein MBP. Beide aus dem Jahr 2011. Ich wüsste auch ehrlich gesagt nicht, ob ich mir heute eines der beiden Geräte neu kaufen würde und hoffe, dass sie noch lange halten. Der iMac hat definitiv mit der SSD genügend Dampf für alles. Das MBP hat auch eine SSD aber eine zu langsame Grafikkarte. Da ist mein iPad Air 2 schneller! Sprich: 4K Videos kann ich auf dem iPad nativ schneiden, am MBP nur über die vorherige Konvertierung in ein Proxy-Format. Krass! Da ist selbst ein aktuelles 369 EUR Windows Notebook mit SSD und aktuelleren Prozessoren schneller (auch wenn es in anderen Punkten wie Monitor, Tastatur, Haptik, etc. nicht an mein MBP dran kommt).

    Das iPad ist mit Abstand das innovativste Apple-Produkt! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass – sollten mein iMac und mein MBP jetzt sofort gleichzeitig den Geist aufgeben – ich mir weder einen neuen iMac noch ein MBP kaufen würde. Alternative? Keine Ahnung! Apple enttäuscht (mich) aktuell in Sachen Preis/Leistung in diesem Sektor auf ganzer Linie! Vor allem wenn es um die Erweiterungsmöglichkeiten der neuen Geräte geht. Die ist leider bei Null (bei einem 369 EUR Windows Notebook verstehe ich das noch aber nicht bei einem über 2.000 EUR High-End-Notebook mit Apfel).

    Hoffen wir also, dass ich mein iMac auch weiterhin aufrüsten und pflegen kann.

    Liebe Grüße und Euch allen besinnliche Feiertage. Ich gehe jetzt mal offline 🙂

    Markus

    • Hi Markus,

      mich nerven vor allem die Speicherpreise. Größere SSDs oder mehr RAM. Echt krasse Aufpreise. Was das iPad betrifft: Volle Zustimmung. Als Ersatz für einen Mac müsste es aber wirklich noch mehr können. Ich wüsste momentan auch nicht, wohin mit meinen Bildern. Die passen auf kein noch so weit aufgebohrtes iPad.

      Jörn

      • Ja, die Aufpreise für SSDs und Speicher sind echt happig und bilden nicht wirklich den Marktpreis der Teile ab.

        • Das Problem ist, dass man den Speicher bei Apple oft nicht mehr selbst erweitern kann. Da muss man dann die Preise akzeptieren. Das ist schon sehr nervig.

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