Jörn Daberkow

Apple iPad Pro 12,9″ (2017)

Im Rahmen der WWDC17 hat Apple diverse neue Produkte vorgestellt. Das aktualisierte iPad Pro 12,9″ hat mir besonders gut gefallen. So gut, dass ich es am 17. Juni bestellt habe.

iPad-Historie

Bislang hatte ich die erste, dritte, vierte und die Air Generation im Einsatz. Tatsache ist, dass das Apple-Tablett bei mir locker ein MacBook ersetzt.

Was ich unterwegs und zu Hause damit mache? E-Mails lesen und beantworten, im Web Surfen, Beiträge schreiben (aber nicht veröffentlichen), Twitter, Bildbetrachtung und -bearbeitung, Wetterbericht, iBooks lesen, RSS-Feeds lesen, FaceTime und Filme gucken.

All das lässt sich mit meinem iPad Air bequem erledigen. Zwei Dinge haben mich dennoch gestört …

  1. die fehlende Pencil-Kompatibilität
  2. der kleine 16-GB-Speicher

Letzteres tritt immer dann störend auf, wenn ich auf Reisen neue Bilder sichten möchte. In dem Fall muss ich zuvor die Aufnahmen vom Vortag löschen. Musste …

Ausstattung

Erstmals in meinem Leben habe ich die Vollausstattung gewählt. 12,9 Zoll, 512 GB Speicher, Space Grau.

Bildbetrachtung / Bildoptimierung

Ein Kaufgrund für ein neues iPad ist für mich das Thema Fotografie. Bilder, die mir unterwegs besonders gut gefallen, bearbeite ich zumindest provisorisch.

12,9 Zoll sind für eine ordentliche Bildbetrachtung / -bearbeitung schon sehr gut geeignet. Vor allem, wenn eine Auflösung von 2.732 Pixeln in der Breite geboten wird. Hinzu kommt, dass das iPad Fotografen ein ideales Seitenverhältnis bietet. Ganz im Gegensatz zum iMac. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum Apple die Kreativbranche unbedingt mit dem 16:9 Seitenverhältnis beglücken will. Mich nervt das.

Die letzte WWDC17 wäre in meinen Augen eine schöne Gelegenheit gewesen, anstelle eines zwar beeindruckenden, gleichzeitig aber auch fragwürdigen iMac Pro einen sinnvollen iMac Photo zu bringen. Meinetwegen auch einen „iMac Creative“, oder einen „iMac Producer“. Egal. Hauptsache kein 16:9. Hauptsache mehr Höhe als 16:9. In Cupertino denkt man vermutlich schon darüber nach, auch das iPad auf 16:9 zu bringen. Bitte nicht …

Zur Bildoptimierung auf dem iPad nutze ich in der Hauptsache Lightroom und Snapseed. Bei letzterem bin ich gespannt, wie lange es wohl noch dauern wird, bis Google das auch einstellt (kleiner Scherz). Meine dritte iOS-App für die Bildoptimierung ist von der Visual Supply Company. Hierfür habe ich sogar alle Presets gekauft.

Update vom 30. Juni

Während der Bildimport einer gut gefüllten Speicherkarte mit dem „Lightning auf SD Kartenlesegerät“ beim iPad Air teilweise 20 / 30 Minuten dauern kann, geht es beim iPad Pro dramatisch schneller. Vermutlich wegen USB 3.0

Zeichnen

Mein zweiter Kaufgrund. Ich habe mehrere Jahre intensiv gezeichnet. Vorwiegend mit Blei- und Buntstiften. Damit möchte ich wieder anfangen. Auf dem iPad. Mit dem Pencil. Weil ich aber einige (gefühlte) Jahrhunderte nichts mehr gemacht habe, wollte ich auf einem möglichst großen Blatt „Papier“ von vorne beginnen. Dazu werden ich womöglich mehrere Kurse besuchen. Momentan sehen sogar meine Strichmännchen „ungenügend“ aus.

Pencil

Ja, wird noch bestellt. Hab ich lediglich aus betriebstechnischen Gründen auf die kommende Woche verschoben.

Lieferung

Am 27. Juni wurde es ernst. Mein iPad machte sich für eine lange Reise bereit.

  • Der Abfahrt-Scan wurde in Shenzhen (China) um 20:10 Uhr Ortszeit durchgeführt. 22:09 Uhr erreichte es den Flughafen Chek Lap Kok in Hong Kong.
  • Am 28. Juni ging es weiter. Ortszeit 18:10 Uhr. Mein iPad ist unterwegs. Im Flieger gen Deutschland. Ich hoffe, es hat einen schönen Fensterplatz und genug Beinfreiheit!
  • Am 29. Juni, um 2:20 Uhr, führte UPS in Köln einen „Import-Scan“ durch. Um 2:49 einen Abfahrt-Scan. Das iPad ist auf dem Weg nach Hamburg. Da trifft es um 6:15 Uhr ein. Um diese Zeit wird ein Ankunfts-Scan durchgeführt.
  • Seit 7:30 Uhr steht der Status auf „wird zugestellt“.
  • 18:23 Uhr. Soeben wurde die Türklingel betätigt. Aus der Gegensprechanlage tönte: „Ein Paket für sie!“ Es ist Donnerstag. Der 29. Juni. Und Weihnachten. Irgendwie.

Auspacken und einrichten

… gingen (wie von Apple gewohnt) schnell vonstatten. Die wichtigsten Apps habe ich sogleich auf das Gerät geholt. Das waren in meinem Fall (in alphabetischer Reihenfolge) …

  • Adobe – Ligtroom
  • Apple – Pages
  • Google – Snapseed
  • iA Labs – iA Writer
  • Savage – Procreate
  • Serif Labs – Affinity Photo
  • Silvio Rizzi – Reeder 3
  • Visual Supply Company – VSCO

iPad Pro Leistung

Das neue iPad Pro wird von mir nicht wirklich ausgereizt. Apps starten, Bilder bearbeiten, zwischen Anwendungen wechseln – das geht alles dermaßen schnell, dass ich im Vergleich zu meinem iMac keinen Unterschied feststellen kann. Und das ist nach wie vor eine sehr schnelle Maschine.

iPad Pro Maße

12,9 Zoll sind ungewohnt ausladend. Das Gehäuse ist wirklich deutlich größer (und schwerer) als die kleine Version. Das große Pro-Modell hat nicht mehr diese „sportlich-jugendliche Handlichkeit“, die beim 9,7 Zoll Modell so gut wie immer passt.

Irritierend ist auch die Größe der Tastatur. Während ich auf dem kleinen iPad recht fix tippen kann, muss ich mich auf dem großen Pendant sehr konzentrieren. Die Abstände sind anders. Die Tastengrößen sind anders. Eine Hardware-Tastatur werde ich mir trotzdem nicht zulegen. Ich brauche sie nicht. Ich behalte mein iPad Air. Das 12,9er nutze ich zum „Arbeiten“ und das 9,7er für all das, was ich bisher auch damit gemacht habe. Nur ohne Zeichnen und Foto. Ansonsten werde ich mal schauen, ob ich mich an den Tastenabstand des großen iPad gewöhnen kann.

iPad Pro 12,9 Zoll vs iMac 27 Zoll, oder: Kann mein neues iPad Pro meinen iMac ersetzen?

Eine einfache Frage und eine einfache Antwort: Nein. Selbst iOS 11 wird daran nichts ändern. Aus dem Stand fallen mir gleich 3 Gründe ein, warum das für mich nicht funktioniert …

  1. iBook-Produktion. Ist mit dem iPad nicht möglich.
  2. WordPress-Blog. Möglich, aber so unbequem, dass ich mich nicht darauf einlassen möchte.
  3. Bilder. Meine Lightroom-Library kommt auf deutlich über 600 GB. Das passt keinesfalls auf ein iPad mit 512 GB Speicher. Ich würde mich aber auch mit mehr Speicher nicht darauf verlassen wollen, dass meine RAW-Dateien auf so einem Mobilcomputer in Sicherheit sind. Und auf ein externes Backup will ich auch nicht verzichten.

Ein iPad kann zumindest bei mir noch keinen Desktop-Mac ersetzen. Muss es aber auch nicht. Das iPad hat eigene Stärken. Da geht es vor allem um die Art der Nutzung …

Das Interface macht den Unterschied

Beim iPad hat man den selbst produzierten Content direkt unter dem Finger – oder dem Pencil. Das fühlt sich anders an, als ein macOS-Rechner, den man über ein Grafiktablett oder mittels Magic Trackpad bedient. Da tippt man nicht auf das Interface der App. Man tippt auf eine externe Eingabefläche, die mit der gerade genutzten App kommuniziert. Für manchen User mag das kein großer Unterschied sein. Für mich ist es ein fühlbarer.

Ich behaupte nicht, dass der „Direktkontakt“ mit dem App-Interface automatisch zu besserem Content führt, ich finde aber, dass ein iPad inspirierender ist. Gerade diesen Punkt sollte man beachten, wenn es um Kreativität geht. Man kann es ganz gut mit Musikinstrumenten oder Kameras vergleichen. Ein Könner wird auf jedem Klavier gut klingen und mit jeder Kamera schöne Bilder machen. Aber nur das „richtige“ Instrument, die richtige Kamera, inspiriert und liefert deshalb bessere Ergebnisse.

Was das iPad betrifft: das inspiriert mich definitiv. Ich probiere andere Sachen aus. Ich bearbeite meine Bilder, wie ich es am Mac weder tun würde, noch tun könnte. Ich glaube, dass ich sogar andere Texte schreibe. Wobei ich die vor der Veröffentlichung immer am iMac gegenlese. Aber auch hier achte ich wieder auf das Interface. Ich schreibe auf iOS und macOS mit der App iA Writer. Die bietet mir coole Features und ein sehr schlichtes Eingabefenster. Weiße Schrift auf dunkelgrauem Grund. Für mich perfekt – und inspirierend. So wie das iPad Pro mit 12,9 Zoll Display.

Jörn Daberkow

Kategorien iOS iPad Meinung

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetisches Codes und keine freie Entscheidung.

14 Kommentare zu “Apple iPad Pro 12,9″ (2017)

  1. Gratuliere! Das ist auf jeden Fall ein super-Teil!

  2. Hallo Jörn,

    da hast Du ja mal richtig zugeschlagen! Nach den Infos aus dem Web ist das ja offensichtlich ein tolles Gerät mit einer überragenden Leistung. Ob es sich für mich lohnen würde, weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass ich mein pro 12,9″ an die Leistungsgrenze bringe. Andererseits hat meine Frau schon ein Auge auf mein pro geworfen, mal sehen was daraus wird 🙂

    Ich würde auch die Maximalausstattung wählen, zumal ich ja ausschließlich mit dem iPad arbeite. Und die Nutzung gerade mit dem Pencil macht einfach einen riesigen Spaß. Das betrifft natürlich auch die ersten Schritte mit Affinitx Photo und dem Pencil. Es ist irgendwie ein völlig anderes Gefühl seine Bilder so zu bearbeiten.

    Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deinem neuen iPad.

    Gruß aus LEV

    Klaus

    • Jörn Daberkow

      Moin Klaus,

      danke! Ich schlage vor, du überlässt deiner Frau dein Pro und holst dir gleich das neue Modell. Eine Entscheidung. Zwei, die sich freuen. 🙂

      Dir weiterhin viel Spaß mit deinem Pro (oder einem Neuen!)

      Regengrüße aus Hamburg

      Jörn

  3. Reizen würde mich das Teil ja schon auch – mal schauen… hat mich ja schon überrascht, dass du über’s iPad und nicht über die 6D Mark II schreibst 🙂

    • Jörn Daberkow

      Hi Stefan,

      die 6D2 hatte ich schon in einem älteren Beitrag erwähnt. 🙂

      Ich habe die Canon natürlich auf dem Schirm. Momentan bin ich aber so glücklich mit meiner X100F, dass ich nicht so recht weiß, ob ich die 6D2 wirklich brauche.

      „Das Teil“, also das iPad Pro, ist schon verdammt klasse.

  4. Glückwunsch auch an dieser Stelle von mir. Wir haben ja schon drüber geschnackt. Ich bin auch froh, es gekauft zu haben.

    • Jörn Daberkow

      Hallo Markus,

      danke trotzdem noch mal! Ich freue mich nun auf den Pencil und dann auf iOS 11. Das neue System wird das iPad merklich verbessern.

  5. Ach ja, das iPad. Im mag meine iPads – manches macht darauf mehr Spaß, als auf dem Computer (vor allem Zeitungen lesen). Aber ich hadere nach wie vor mit den ganzen damit einhergehenden Beschränkungen. Bildbearbeitung macht mir damit jedenfalls keinen Spaß. Die Apps dafür sind Krücken, Bildverwaltung ist ein Graus, weil ich keinen direkten Zugriff auf die Dateien habe – um nur einen Grund zu nennen.

    Ich möchte einfach – das würde ich unter Pro verstehen – ein iPad mit vollem macOS haben und trotzdem eben Touchscreen und Pencil. Ein OS, wo Photoshop und Lightroom mit den gleichen Funktionen und der gleichen Oberfläche wie auf dem Mac laufen. Und ich möchte einen richtigen Finder sowie eine Mausbedienung. Na ja, wird nicht passieren …

    Immer wenn ich nur mit dem iPad unterwegs bin (ab und zu probiere ich es aus), bin ich einfach leicht genervt: WordPress nur rudimentär nutzbar; Textersetzung im richtigen Stil wie mit Typinator: geht nicht; ordentliches Multitasking: nur mit großen Kompromissen (maximal zwei Fenster parallel). Und da ist einiges mehr …

    Aber dir trotzdem viel Freude mit dem neuen iPad natürlich, Jörn.

    • Jörn Daberkow

      Hallo Ulf,

      danke! Und ja, das iPad hat seine Einschränkungen. Teilweise finde ich das aber sogar gut. Man löst seine Aufgaben und guckt weniger auf das System dahinter. So fühlt sich das für mich an. Was macOS auf dem iPad angeht, bin ich am Zweifeln, ob mir das so gut gefallen würde. Müsste ich erleben. Dann könnte ich das sagen.

      • Ich weiß selbst nicht, ob mir macOS auf nem iPad wirklich gefallen würde – käme wohl auf die Umsetzung an, wobei ich Apple hier schon zutrauen würde, eine durchaus gute Umsetzung hinzukriegen …

  6. Hallo Jörn,

    ich hab das iPad Pro letzte Woche bei einem Workshop im Einsatz gesehen bei unserem Lieferanten. War schon interessant, die Größe ist klasse. Das geht schon einiges. Aber eben nicht alles. Das zeigen auch die Kommentare oben und du sagst es ja auch, da fehlt es hier und da noch.

    Und da muss ich ja mal sagen, da hat Microsoft einiges richtig gemacht mit dem Surface Pro. Das habe ich gerade als neues Arbeitsgerät von der Firma bekommen. Du kannst es als Tablet nutzen, ein Pencil ist dabei und mit der Tastatur wiederum als vollwertiger PC zu nutzen. Inkl. Windows 10. Das funktioniert.

    Ich liebe mein MacBook Pro und ich finde das iPad Pro auch nicht schlecht (habe selbst übrigens „nur“ ein Samsung 8″ Tablet und kein iPad), aber iPad Pro vs. Microsoft Surface Pro – Sorry, da hat Microsoft gerade die Nase vorn!

    Viele Grüße

    Marcel

    • Jörn Daberkow

      Hi Marcel,

      stimmt, alles kann man mit dem iPad nicht machen. Muss aber auch nicht. Und das Surface kommt offenbar gerade sehr gut an. Bis auf das falsche System macht es letztlich das, was Ulf sich wünscht – eben ein vollwertiges System mit all seinen Möglichkeiten.

      Ich kann irgendwie gut mit den gegebenen Einschränkungen leben.

      Jörn

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