Fotografie Weltliches

Aprilgedanken

Fujifilm X100F

April. Was für ein Monat. Ein typischer Vertreter seiner Gattung. Tolles und beschissenes Wetter wechseln sich ab. Aktuell ist gerade Regen. Ob ich jetzt sofort losfahre, damit ich pünktlich zum Sonnenschein an der Elbe stehe? Schnell 23,2 Bilder machen, abhauen und 16 Sekunden vor dem nächsten Regen wieder zu Hause eintreffen. Timing ist alles. Gleichmut auch. Vor allem beim Blick aus dem Fenster.

Gedanken zum Herbstende / Frühlingsbeginn

Immerhin: Linderung ist in Sicht. Heute ist bereits der 22. Nur noch 8 Tage, ein Zentner Süßigkeiten und 2 eingestaubte Kameras. Dann kann man wieder draußen spielen. Dann ist Mai. Wie es da aussehen sollte, habe ich euch am 1. April gezeigt. Wenn ich aus dem Fenster schaue und mir den Regen wegdenke, könnte das sogar hinkommen.

Meine fotografischen Pläne für den anstehenden Sommer? Viel mit der X100F machen. Zudem möchte ich euch mein neues Auto vorstellen. Hab ich mir kürzlich gekauft. Ein Neuwagen. Nicht das übliche. Was Besonderes. Zeige ich euch noch. Versprochen.

Ach ja, die X100F … Ganz ehrlich? Ich habe zwischendurch ernsthaft darüber nachgedacht, sie wieder zu verkaufen. Damit ich schneller das Geld für meine neue DSLR zusammenbekomme. Zum Teil lag es aber auch daran, dass ich nicht mehr wirklich häufig zum Fotografieren komme. Nach der Arbeit ist die Luft zumeist raus. Die X100F und ich haben deshalb ungewöhnlich lange gebraucht, um uns miteinander vertraut zu machen. Das hat mich frustriert. Inzwischen verstehe ich die Kleine aber ganz gut. Meine Ergebnisse werden vorhersehbarer. Ganz so zuverlässig wie bei meiner EOS 6D sind sie noch nicht, aber da ist ein deutlich sichtbares Licht am Ende des Tunnels.

Fujifilm Filmsimualtionen in LightroomInzwischen habe ich die Kamera stellenweise neu konfiguriert. Und ich nehme keine JPEGs mehr auf. Nur noch RAW-Dateien. Die Entwicklung mache ich ausschließlich in Lightroom. Ab und an nutze ich die Filmsimulation-Voreinstellungen innerhalb der Adobe-Software (Die sieht man nur mit einer Fujifilm RAW-Datei).

Die Ergebnisse kann ich von der kamerainternen JPEG-Entwicklung kaum bis gar nicht unterscheiden. Ich nehme das so oder so nur als Ausgangspunkt für eigene Einstellungen. Jedenfalls mag ich die Kamera eher noch mehr als zu Beginn. Es ist nur nicht mehr diese heiße Begeisterung, sich vom eigenen Geld eine neue Kamera gekauft zu haben, sondern Wertschätzung über deren Leistung. Und die ist wirklich beeindruckend. Oben drauf kommt immer noch ein großes Sahnehäubchen voll Freude über die fantastische Bedienung. Alles hat entweder ein Rädchen oder einen Knopf. Es ist eine sehr mechanische Art der Fotografie. Da merkt man wieder, dass das ein Handwerk ist.

Zu Beginn hatte ich übrigens den beigelegten Kameragurt montiert. Den habe ich aber wieder abgenommen. Irgendwie stört der mich bei der Fotografie. Zumeist trage ich die Kamera in meiner Jackentasche mit mir herum. Das ist cool. Klein. Sofort zur Hand, wenn man sie braucht. Und die Bildqualität ist exzellent. Ja, die X100F ist tatsächlich meine Immer-dabei-Kamera.

Jörn Daberkow

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetisches Codes und keine freie Entscheidung.

10 Kommentare zu “Aprilgedanken

  1. Deine Hassliebe zur X100 kann ich auch verstehen. Ich hätte meine X100S ja auch fast verkauft. Wegen der vielen AF Ausschüsse. Ich fotografiere seitdem mit der Fuji fast nur noch mit voreingestelltem MF unter Berücksichtigung der Hyperfokaldistanz (wie viele Street Photographen es machen) oder fokussiere in aller Ruhe manuell. Je nach Situation. Schnappschüsse für die Familienalben mache ich meist mit dem iPhone. Das ist einfach schneller.

    • Jörn Daberkow

      Hassliebe ist zu stark. Ich mag die Kamera sehr. Meine Zweifel rührten vor allem daher, dass ich es irgendwann für zu luxuriös hielt, zwei Kameras zu besitzen. Ich lasse es jetzt aber so. Jede Kamera hat ihre Zeit und die X100F kann ich ggf. auch einfach mal in der Jackentasche mitnehmen. Das ist bei meiner 6D völlig unmöglich.

  2. Woltaire

    Wie Du weißt leide ich auch unter diesem Luxusproblem: da ist die XT-1 mit all den Vorzügen, wie klassischer Bedienung, stylish, kompakt, Filmsimulationen, EVF, lautloser Verschluss … Aber auch der manchmal zu crispy wirkende Trans-X-Sensor, das Batterieproblem und das Würmchenmysterium (was aber wohl Software bedingt besser wird).

    Auf der anderen Seite die 5 Mark 2 mit viel Gewicht, sehr lautem Spiegelschlag, schweren Optiken, dafür in manchen Situationen im Vergleich Bilder mit besserer Anmutung. Nicht immer ist das so, aber manchmal. Vielleicht bilde ich es mir auch ein. Schärfe? Unterschiede vernachlässigbar. Korn? Bei 1600 ISO ist bei mir eh Schluss. Farben? Puh, da gewinnt mal die Eine, mal die Andere.

    Aber ich sehe es wie Du, ein System muss reichen. Nur welches? Irgendwie gefällt mit ja auch die K1 …

    PS: Habe gerade mal 2 Abzüge auf A3 abgezogen. Beide vom Stativ, fast identischer Ausschnitt, und die beiden Bilder meiner Frau gezeigt. Da hat die Fuji gewonnen.

    • Jörn Daberkow

      Hi Walter,

      also ich finde, dass man den Vollformat-Look doch irgendwie sieht. Keine Ahnung, ob ich das auch im Blindtest merken würde. Glaube ich aber. Ich möchte aber irgendwie gern beide behalten. Das ist jedenfalls der Plan. Die kleine Fuji scheint mir hier im Vergleich zur 6D noch etwas detailreichere Bilder zu machen. Vielleicht ist das wirklich der höheren Auflösung geschuldet. Vielleicht ist es auch Einbildung. Aber wenn man sich schon nicht mehr richtig sicher ist, kann die X100F so schlecht nicht sein.

      • „Die kleine Fuji scheint mir hier im Vergleich zur 6D noch etwas detailreichere Bilder zu machen“: Wie kann das denn sein? APS-C gegen Vollformat und APS-C hat mehr Details?

        • Jörn Daberkow

          Also ich würde das jetzt nicht beschwören, aber ich finde schon. Wenn ich mich da nicht täusche, muss es an der höheren Auflösung der X100F gegenüber der 6D liegen.

  3. Moin Jörn,

    ging mir ähnlich mit meiner 100S … Die Bilder finde ich nach wie vor gut, der Autofokus ist mir zu langsam und mittlerweile liegt sie nur noch im Schrank, seit ich die Kleine mit dem LQ habe 🙂

    Eigentlich schade, aber sei’s drum!

    Das mit der wenigen Zeit und dem kaum noch zum knipsen kann ich absolut nachvollziehen. War in den letzten Monaten, und damit meine ich seit Oktober 2016, genau zweimal los. Elbphilharmonie, das ging nicht anders, quasi ein MUSS und einmal Falkenstein Ufer, abgesoffene Kähne zum xten mal, weil man so schön dicht dran ist.

    Aber was mich am meisten freut, ist zu hören, dass der berufliche Weg sich verändert hat! Freut mich wirklich, auch wenn es dadurch lesbar zu gewissen Einschränkungen im fotografischen Umfeld kommt … Das freut mich nun wiederum gar nicht. Aber was nicht ist, kann ja wieder werden 🙂

    Schöne Grüße an die Elbe,

    Hajo

    • Jörn Daberkow

      Hey Hajo, moin! Freut mich, dass du mal wieder vorbeischaust!

      Das mit der Zeit wird sich bei mir tatsächlich wieder ändern. Ich bin sehr froh darum! Wenn du mal wieder zum Falkensteiner Ufer ziehst, melde dich doch mal. Ich würde gern mitkommen!

      Abendgrüße zurück

      Jörn

      • Mach ich, klar … Kann aber noch dauern, siehe oben, Fotografierfrequenz 🙁

        • Jörn Daberkow

          Wir können ansonsten auch gern woanders hin. Du warst ja offenbar schon häufiger dort. Ich war noch nicht auf der Elbphilharmonie Plaza. Das wäre nun mein nächstes Ziel …

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