Canon EOS 6D Fotografie Kameras

Canon EOS 6D vs Pentax K1

Als langjähriger Pentax-User habe ich es irgendwann aufgegeben, von „meiner Marke“ weiter auf ein Modell mit Vollformatsensor zu hoffen. Ich bin ins Canon-Lager gewechselt und seit dem ein glücklicher EOS 6D-User. Lange danach ist sie dann aber doch noch erschienen – die Pentax K1 Vollformatkamera. Das DPreview-Team hat sie bereits getestet. Offenbar hat nicht alles gefallen …

Canon EOS 6D vs Pentax K1

Als ich die ersten Infos zur K1 las, war ich doch wieder neugierig. Die Kamera wurde mit einem 36 MP-Sensor ausgestattet. In Sachen Dynamik erreicht die K1 offenbar sehr gute Ergebnisse. Selbst die Nikon D810 muss sich im RAW-Dynamik-Vergleich geschlagen geben. Die K1 produziert qualitativ sichtlich bessere Bilder. Doch selbst diese lassen sich im Pixelshift-Resolution-Modus noch mal substanziell steigern. Kompliment! Das hat das Pentax-Team ausgezeichnet hinbekommen.

Meine 6D wird in dieser „Disziplin“ vernichtend geschlagen. Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, zeigt die K1 (bei wesentlich höherer Auflösung) ein brauchbares Foto. Meine Canon erzeugt hier – ohne Wenn und Aber – Material für die Tonne.

Die hier gebotene Leistung ermöglicht es dem K1-User so zu fotografieren, dass Lichter bestmöglich erhalten bleiben. Er kann seine Bilder – laut Testbericht – hinterher um 6 Belichtungsstufen aufhellen, ohne dass es substanziell zu Rauschen beginnt.

Bemängelt wird im DPreview-Test das Autofokus-System. Das hat einen Radfahrer offenbar nicht in jedem Moment scharf eingefangen. Für Fotografen, die in der Hauptsache bewegte Motive aufnehmen, wäre das ein Punkt. Mich würde es nicht vom Kauf abhalten. Schnelle (bewegte) Motive habe ich selten bis gar nicht im Visier. Mich stören andere Dinge an der K1. Das Klappdisplay gefällt mir z. B. überhaupt nicht. Ich kann die Dinger sowieso nicht leiden. Die K1-Version schießt mit seiner filigranen Konstruktion und Beweglichkeit den Vogel ab. Ich würde mir immer Sorgen machen, dass das Teil verschmutzt, oder irgendwann abbricht. Und dann sind da noch die zur Verfügung stehenden Objektive …

Ja, es gibt Gläser für das Pentax-Vollformat. Sogar mein ehemaliges Lieblingsglas ist dabei. Das Pentax smc FA 43mm / 1.9 Limited habe ich bereits an der 6-MP-Kamera K110D geliebt. Da die K1 brandneu ist, müsste man allerdings erstmal herausfinden, welche verfügbaren Objektive welche Leistung an Vollformat bringen.

Da ich mit der K1 ähnliche Brennweiten nutzen würde, vergleiche ich hier mal die von mir besonders häufig verwendeten Objektive und die Preise dafür.

An der EOS 6D nutze ich …

Summe: 1.673 Euro für die Objektive, plus die EOS 6D = 3.073 Euro

Die Pendants von Pentax …

  • 15-30mm f2,8 SDM (1.699 Euro)
  • 35mm f2 (506 Euro)
  • 43mm / 1.9 Limited (800 Euro)
  • 77mm f1,8 (904 Euro)

Summe: 3.909 Euro für die Objektive plus die K1 = 5.907 Euro

Ich habe keins der konkurrierenden Objektive je miteinander verglichen. Deshalb folgen nun Vermutungen.

  • 15-30mm Pentax vs 17-40mm Canon: Vorteile für Pentax
  • 35mm Pentax vs 35mm Canon: Gleichstand
  • 43mm Pentax vs 50mm Canon: Vorteile für Pentax
  • 77mm Pentax vs 85er Canon: Gleichstand

Die hinsichtlich der Bildqualität bessere Kamera wird die von Pentax sein. Die zumeist erheblich günstigeren (und sehr guten) Objektive kommen von Canon.

Von Pentax gibt es auch ein 50er, aber ich würde immer das 43er Limited vorziehen. Das kostet mit rund 800 Euro zwar deutlich mehr als für das 50er von Canon zu bezahlen sind, aber das würde ich in diesem Fall ohne zu zögern investieren.

Ein weiterer Vorteil für Pentax ist die im Gehäuse integrierte Bildstabilisierung. Die gibt’s bei Canon lediglich in bestimmten Objektiven.

Wie groß wird der qualitative Unterschied zwischen diesen beiden Kameras in Sachen Bildqualität in freier Wildbahn sein? Ich muss dazu sagen, dass ich nur selten absichtlich besonders niedrig (dunkel) belichte, um später Reserven in den Höhen zu haben. Und wenn meine Bilder aufzuhellen sind, geschieht das immer in einem überschaubaren Rahmen. Sollten innerhalb meiner Bildoptimierung die Möglichkeiten der Canon-RAWs erschöpft sein, kann ich das Bild eben nicht verwenden.

So gut die Pentax K1 sein mag: Ein Mehrpreis von über 2.800 Euro (inklusive eines vergleichbaren Brennweitenspektrums an Objektiven) macht die Sache nicht wirklich attraktiv. Das Problem bei Pentax ist mithin nicht die Kamera (für die ein fairer Kurs aufgerufen wird) – in meinen Augen sind es die Objektiv-Preise.

  • Das 43mm Limited müsste seine Qualitäten an der K1 erstmal neu beweisen. Nehmen wir an, es überzeugt voll und ganz. Dann hätte es nach wie vor nur einen Stangenantrieb. Das 50er Canon bietet eine höhere Lichtstärke und einen STM-Motor bei einem fast 7-mal geringeren Preis. Da kommt man ins Grübeln? Allerdings …
  • Warum das Pentax 15-30mm fast zweieinhalb mal so teuer sein muss, wie das 17-40mm von Canon kann ich ohne direkten Vergleich nicht einschätzen. Für den Mehrpreis müsste es eine deutlich sichtbar bessere Bildqualität abliefern. Ich bin unsicher, ob es dem Glas wirklich gelingt, sich so sehr vom Canon-Pendant abzusetzen. Und zumindest das Canon-Glas wird von Lightroom unterstützt. Das Pentax 15-30mm habe ich in Lightroom 5.7 nicht gefunden.

Schaut man sich nun das DPreview-Testergebnis an, kann man direkt mit anderen Modellen vergleichen. Das habe ich hier mit der EOS 6D gemacht. Die Canon ist ausgewählt. Man sieht also die Ergebnisse der EOS 6D.

  • Die erste Wertung (Build quality) gewinnt dann auch sogleich die Pentax (weiße Balkenenden). Bei den gelben Balkenenden übernimmt die EOS 6D die Führung.
  • Interessant zu sehen, was Canon mit nur einem Kreuzsensor zustande bringt. In der Rubrik Metering & focus accuracy schneidet die 6D immer noch besser ab, als die brandneue K1.
  • Der Unterschied im Bereich Image quality (raw) ist dermaßen gering, dass er auch in der Praxis keine Relevanz haben sollte. Da wird – behaupte ich hier mal – das verwendete Objektiv einen größeren Einfluss auf die Bildqualität haben. Da mache ich mir bei meinen Gläsern eher keine Sorgen.

dpreview_conclusion

Ein Wechsel zurück zu Pentax steht nach dieser Betrachtung jedenfalls nicht an. Da würde ich eher auf eine neue Kamera von Canon warten, die in Sachen Dynamik bessere Ergebnisse liefert. Vielleicht kaufe ich dann ja die. Vielleicht.

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Jörn Daberkow

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetisches Codes und keine freie Entscheidung.

6 Kommentare zu “Canon EOS 6D vs Pentax K1

  1. Interessanter Artikel, hatte mir auch soweit gefallen.

    Wir haben die Pentax K-1 mal ganz frech gegen die Canon D1 starten lassen … 😉 Ach ja, eine Nikon D810 tummelte sich auch noch anbei. Canon 5D war auch noch im Hintergrund dabei. Es ging jedoch um die D1.

    Die Bild-Qualität haben wir sehr genau unter die Lupe genommen (RAW). Sie konnte mit D1, D5 und D810 auf alle Fälle mithalten und überzeugte. Ist auch kein Wunder, da der verwendete Sensor baugleich und entwicklungstechnisch identisch zu Sony ist. Ergo, es wurde der beste Sensor verwendet, der für Geld momentan auf der Welt zu haben ist.

    Es kommt immer darauf an, was man von einer Kamera möchte. Die Pentax ist der SUV unter den Kameras. sie gehört in die Dschungelgebiete des Amazonas oder nach Borneo. Sie fühlt sich bei den Tuareg in der Sahara wohl. Auch auf dem Himalaya zeigt sie ihren Einsatz. Sie ist eine Journalistenkamera. Rempler bei einer Demo nimmt sie nicht übel, Wetter ist ihr eher egal, Temperaturen auch, egal ob Kriegsberichterstattung oder Tulpen in Amsterdam. Sie macht es mit.

    Canon und Nikon sind hier gediegener unterwegs. In heimischen Gefilden, bei „normalen“ Umständen“ alles kein Problem. Ich schätze Canon durchaus als Studiokamera für Fashion-Shootings. Perfekt! Man muss ans Geld denken und auch mal Fashion- oder Produktfotografie machen 😉

    Persönliches Fazit: Wer überwiegend outdoor unterwegs ist, ist mit einer Pentax besser bedient. Dass sie im Bereich Film nicht hervorstechen kann, mag sein. Es geht anbei auch um Fotografie.

    • Jörn Daberkow

      Hallo Tom,

      willkommen auf kontrastkammer.

      Wir hatten das Thema ja schon per Mail. Die Pentax K1 gefällt mir schon sehr gut. Die Objektiv-Preise sind das Problem. Was mich an Gläsern interessiert, ist in der Regel doppelt so teuer wie meine Linsen. Das kann es nicht sein. Film ist mir egal. Nicht meine Baustelle.

      Jörn

      • Hallo Jörn!

        Sehe ich auch so. Film ist mir auch eher wurscht. Sie muss einiges wegstecken können und trotzdem gut sein. Besonders, wenn man bei der K-1 nach Fremdherstellern in puncto Objektiven schaut, wird es erst richtig heftig.

        Wir hatten sie zum Testen bekommen und einfach mal gesehen, was sie so drauf hat. Klar, der Mensch von der Roadshow konnte es nicht lassen, sie am Display zu packen und hin- und her zu schütteln.

        Es ist wie immer eine Geschmacksfrage: Pentax hat eine sehr stark reduzierte Bedienung, Nikon eher knifflig, Canon in der Mitte …

        Persönlich denke ich, dass auch Canon und Nikon bald nachziehen werden. Das Wetter wird immer extremer, die Kameras müssen es auch werden.

        Leica hat mit seiner SL in die gleiche Furche geschlagen und alles abgedichtet, was nur geht. Ist ja auch eine Reportage-Kamera.

        Tom

        • Jörn Daberkow

          Hi Tom, 🙂

          Gibt’s denn schon Objektive für Vollformat von Sigma und Co? Das wäre mir jetzt neu – und ein Argument noch mal neu über einen Kauf nachzudenken. Schade aber, dass die Kamera so ein Klapp-Display hat. Ich kann die Dinger nicht leiden. Und wenn ich sie hätte, würde ich die Kamera bestimmt nicht daran festhalten …

          Jörn

  2. Hallo Kollegen … 😉

    Pentax ist für mich im Moment noch ein kleiner Exot – nicht ganz uninteressant aber ich denke, das in den kommenden Jahren noch einiges an Objektiven auf den Markt muss.

    Nice Blog

    LG Oliver Lohse

    • Jörn Daberkow

      Hi Oliver,

      willkommen auf kontrastkammer. Du bist eindeutig geduldiger als ich. Neue Pentax-Gläser im kommenden Jahr? Das dauert alles viel zu lange …

      Danke für dein Lob zum Blog.

      Jörn

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