Kategorie: Deutschstunde

Getrennt oder zusammen? Regeln und Ausnahmen im Deutschen

Spätestens bei diesem Thema kommen auch vergleichsweise versierte Nutzer der deutschen Sprache schnell ins Grübeln. Der Regeln der Getrennt- und Zusammenschreibung gibt es viele; ihre Zahl wird gefühlt nur noch von Sandkörnern in der Sahara übertroffen – und von Ausnahmen zu den Regeln. Wer die Regelungen zu hundert Prozent verstehen will und dabei kein Problem mit einem Urwald an Fachbegriffen hat, dem sei der Duden-Artikel zum Thema empfohlen, an dem sich dieser Artikel in Teilen entlanghangelt und der am Ende verlinkt ist. Für alle anderen versteht sich dieser Beitrag als vereinfachte Sammlung von Faustregeln in verständlicher Sprache.

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„So redet doch kein Mensch!“ – Exposition in Romanen und Filmen

Wir kennen diese Situation doch alle: Man liest ein Buch oder sieht einen Film und fühlt sich jäh aus der Handlung gerissen, weil man die Figuren und ihre Art zu reden für unrealistisch hält. Meist gelingt es nicht so recht, den Finger darauf zu legen, was genau den Dialog von lebensnaher Sprache unterscheidet; dann greift man gerne zum Ausruf: „So redet doch kein Mensch!“ Oft liegt das Problem darin, dass Fakten, die eigentlich in den narrativen Beschreibungstext gehören, Einzug in die wörtliche Rede halten. Diese Fakten dienen meist der Exposition – also der „Einführung des [Lesers oder] Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Konflikte, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Stückes“.¹

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Die Kumpelgrenze – Du und Sie im Englischen und Deutschen

Sprache ist nicht einfach nur ein Kommunikationsmittel, sondern trägt immer die Kultur und das Weltbild des Sprechenden in sich. Es geht daher bei Übersetzungen und beim Erlernen von Fremdsprachen nicht einfach nur darum, sich sprachlich korrekt auszudrücken, sondern auch – und das ist deutlich schwerer zu lernen – um den Kontext, in dem man spricht oder schreibt. Einer der kulturellen Unterschiede zwischen deutsch- und englischsprachigen Ländern ist die Anrede. Damit ist aber nicht nur gemeint, dass es das „Sie“ im Englischen nicht (mehr) gibt. Die Unterschiede liegen tiefer.

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Wie der native speaker den Deutschen erkennt

Deutsche haben keinen Humor, sind fleißig, befolgen alle Regeln und stehen auch nachts um drei brav vor der roten Ampel, selbst wenn die Straße gähnend leer ist. So weit, so bekannt. Aber auch an ihrem Englisch erkennt man sie, und das nicht nur wegen des verräterischen th-Lauts. Selbst Deutsche, deren Englisch sehr gut ist, tappen in diese Fallen. Schlimm ist das nicht – aber interessant. Falls jemand die E-Mail-Adresse vom Öttinger hat: Bitte weiterleiten. Der braucht nach der „Schlitzaugen-Affäre“ eh mal Ablenkung.

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Er, sie, alle: Sprache und Gleichberechtigung

Bevor mich jemand falsch versteht: Gleichberechtigung ist ein hehres Ziel, an dem wir längst nicht angekommen sind, egal, ob es um Männer und Frauen, Hetero- und Anderssexuelle, Religionen oder Nationalitäten geht. Sicherlich gibt es auch sprachlich viele Dinge zu verbessern, damit sich in jedem Fall alle Menschen angesprochen fühlen, die es betrifft. Ich möchte im Folgenden aber einige Probleme aufzählen, über die man zwangsläufig stolpert, wenn man versucht, Gleichberechtigung mithilfe von Sprachreformen voranzutreiben.
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Bedrohung von außen: Anglizismen im Deutschen

Ein Mann steht vor einem Schaufenster, auf dem „Sale“ geschrieben steht, und weiß nichts damit anzufangen. Sein Enkel erklärt ihm, das heiße Sonderverkauf. Ein Stückchen weiter fragt das Kamerateam, das diese Szene im Zuge einer Dokumentation aufgenommen hat, einen rüstigen Rentner, ob er mit dem damaligen Sat.1-Slogan „Powered by Emotion“ etwas anfangen kann. Sein (gar nicht so schlechter, wenn auch historisch recht negativ belegter) Versuch: „Kraft durch Freude.“ Die deutsche Sprache wird unterwandert, nicht etwa durch „voll geile“ Jugendliche (ich berichtete), sondern durch Infiltration von außen. Das Englische, die Weltsprache, die Business-Sprache, die „coole“ Sprache, gibt uns immer mehr Wörter ab und sorgt für Aufregung. Aber ist die Aufregung wirklich nötig?

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