Kategorie: Schriftwerk

Meine „Gedanken“ und Kurzgeschichten über letzte Gespräche vor dem Tod, was über Ahab nie erzählt wurde, funkende Kühlschränke, Asseln, Bonney M., Monsterschatten und viele andere Dinge.

Es geschah in Bielefeld

Jörn Daberkow

Zu meiner größten Überraschung erhielt ich kürzlich ein offizielles Schreiben. Absender war die Stadt Bielefeld. Ho, ho, ho. Da habe ich erstmal laut gelacht. Guter Scherz! Ist ja allgemein bekannt, dass die Existenz Bielefelds eine bloße Verschwörungstheorie ist. Entweder will sich ein verrückter Aluhut-Träger auf meine Kosten lustig machen, oder es ist doch was dran, denn Bielefeld will Geld. Mein Geld …

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Monsterschatten

Jörn Daberkow

Und wieder eine Radtour. Die gewohnte Route. All die Straßen namens „Feldweg sowieso“. Mitten durch den Wald. Ich liebe es. Diesmal am Abend. Ich will schönes Licht und bekomme schönes Licht. Die Sonne steht perfekt. Hinter mir. Kein Gegenlicht. Ich fotografiere zügig. Erfahrungsgemäß hält so gutes Licht immer nur kurze Momente. Und während ich fotografiere, vergesse ich die Zeit. Wieder mal. Plötzlich finde ich keine Motive mehr. Das Licht hat sich verändert. Als ich das bemerke, weiß ich auch warum. Es ist spät und ich bin allein. In diesem Moment kippt der Nachmittag in die Nacht …

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Über die Vergänglichkeit

Jörn Daberkow

Zwei Kinder und zwei Erwachsene am Frühstückstisch. Thema: Delphine fressende Eisbären. Und Klimawandel. Das Arktis-Wasser ist wärmer geworden. Deshalb gibt’s da jetzt auch Delphine. Die sind unter der Eisdecke gefangen. Sie müssen Luft holen und kommen an ein Eisloch. Da holt sie der Eisbär. Gegenüber den Kindern mache ich einen halbgaren Scherz über Flipper. Ernste Gesichter. Schweigen.

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Bargeld ist böse

Jörn Daberkow

Schon mal Geld bei einer Bank eingezahlt? Womöglich über 2.000 Euro? Ja? Dann hast du vermutlich auch die misstrauischen Blicke registriert, die dir von Seiten der Bankangestellten zugeworfen wurden. Unauffällig. Aus dem Augenwinkel. Über eine spiegelnde Fläche. Im Vorbeigehen. Dann das Tuscheln. Zwei Bankangestellte stehen zusammen. Das Wort „Bargeld!“ fällt. Ein Kinn und ein Augenpaar weisen unmerklich in deine Richtung. Gegenüber zwei aufgerissene Augen. Du fragst dich schon, ob irgendwo ein Knopf gedrückt wurde, der bei einem namenlosen Team in schwarzer Bekleidung (und schwarzen Sonnenbrillen) eine fette rote Lampe zum Leuchten bringt. Mit Sirene.

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Radio-Traumatisiert

Jörn Daberkow

Heute hab ich’s mal wieder versucht. Radio hören. Zu Hause haben wir keins mehr. Aber im Auto. Ich hatte da was zu erledigen. Ein Behördengang. Rund 30 Minuten würde ich brauchen. Genug Zeit, um mal wieder einen umfassenden Eindruck vom Radio zu bekommen. Was wird geredet? Was wird gespielt? Ich war mir sicher, dass ich zumindest die Musik nicht kennen würde.

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