Fotografie als Ereignis

Fujifilm X100F

Was ist Fotografie? Für mich die Freude daran, schöne Motive möglichst einzigartig in Bildern festzuhalten. Den Weg zu einem solchen Bild kann man allerdings unterschiedlich beschreiten …

… und da geht es vor allem um das Kamera-Konzept. Meine hier noch liegende EOS 6D ist sozusagen der gut ausgebildete Bürohengst. Flexibel bei jeder Aufgabenstellung. Die Bildergebnisse? In der Regel umwerfend.

Und dann ist da die andere Seite. Klein, unscheinbar, aber unheimlich schick – das ist der Auftritt des zweiten Kandidaten. Die Fujifilm X100F ist mehr der Nerd. In der Bedienung erheblich flexibler. Diese Kamera bietet allein 5 Rädchen, die teilweise doppelt belegt sind. Die zweite Funktion lässt sich mit einem simplen Fingerdruck aktivieren. Und sie ist gleichzeitig erheblich weniger flexibel. Wegen der festen Brennweite. 35mm. Mehr gibt’s hier nicht. Das ist alles. Suchen Sie nicht weiter!

Was sich deutlich unterscheidet, ist die Nutzung – der oben besagte Weg zum Bild. Meine EOS 6D ist auf manuelle Bedienung konfiguriert. Ich nutze den Autofokus und stelle die gewünschte Blende und die Belichtung ein, während ich durch den Sucher schaue.

Und die Fuji? Völlig anders. Das hier ist nicht nur Fotografie. Es ist ein Ereignis. Wie ein 5-Gänge-Menü in einem edlen Restaurant. Mal reinschauen …?

Fujifilm X100F – Die Eigenschaften

Kalte Vorspeise

Ein kompaktes Gehäuse. Nix DSLR. Kein ausladender Handgriff. Die X100F ist klein, aber überraschend schwer. Das Material bietet überall einen hochwertigen Look. Das macht Appetit auf mehr.

Warme Vorspeise

Die Blendeneinstellung? Mechanisch! Direkt am Objektiv. Man dreht einen Ring, der jede Änderung der Werte mit einem weichem, einrastenden Klick quittiert. Haptisch und akustisch zum Niederknien. Wie die ersten Bissen einer exotischen Köstlichkeit.

Zwischengang

Die Fokussierung. Die mache ich ausschließlich manuell per Fokus-Peaking – mittels eingeblendeter Abstandsanzeige für die hyperfokale Distanz. Mein Motiv wird scharf – und alles dahinter auch. Rechnen? Muss man hier nicht. Keine App auf dem iPhone nötig. Ich sehe die Werte im Sucher. Ohne jeden Aufwand.

Hauptgang

Tolle Ergebnisse ohne Arbeit. Beim Fotografieren einfach die passende Filmsimulation wählen und anschließend das fertige JPEG aus der Kamera verwenden. Geboten werden …

  • Provia
  • Velvia
  • Astia
  • Classic Chrome
  • Pro Neg. Hi
  • Pro Neg. Std
  • ACROS (mit Gelb-, Rot-, oder Grün-Filter)
  • SW+Grün Filter
  • Sepia

Und nein: Kein Lightroom nötig. Ich speichere allerdings immer beide Versionen einer Aufnahme. Das JPEG und die RAW-Datei. Die verwende ich bislang immer. Einzige Ausnahme: ACROS. Da ändere ich nur noch die Größe, in der ich das Bild exportiere. 6.000 x 4.000 Pixel sind einen „Tick“ zu viel für eine Webseite …

Dessert

Das ist leicht. Keine 500g. Hübsch anzusehen ist es auch noch. Zur Not verschwinden die Früchte deiner Arbeit in der Jackentasche. Solcherart leichte Kost ist – wenn du es willst – überall dabei. Auf dem Weg zum Bäcker, oder ins Büro. Beim Messebesuch in Frankfurt und beim Spaziergang durch den Wald sowieso. High-ISO geht auch. Leichten Herzens. Ohne jede Angst.

Ja, die Flexibilität der 6D habe ich inzwischen mehrfach vermisst. Es hat mich trotzdem nie davon abgehalten, bei der nächsten Gelegenheit wieder nur die X100F mitzunehmen. Fotografieren bringt hier einfach mehr Spaß. Es ist eine völlig andere Erfahrung.

In meinem Kalender sehe ich einen kurzen Aufenthalt in Berlin. Wir fahren da hin, weil ich eins meiner Lieblingsbilder …

… noch mal in guter Qualität aufnehmen möchte. Hier bin ich tatsächlich unsicher, ob es wirklich eine gute Idee ist, nur die X100F mitzunehmen. Mal sehen …

Jörn Daberkow

Fotografie und Musik sind ein substanzieller Teil meines genetisches Codes und keine freie Entscheidung.

2 Kommentare

  1. Klaus
    18. März 2017

    Hallo Jörn,

    das liest sich wie Begeisterung pur. Mit der Kleinen hast Du ja offensichtlich eine tolle Alternative gefunden, mit der sich Fotografie irgendwie anders anfühlt. Ähnliche Aussagen lese ich im Moment auch häufig im Fuji-Forum. Und ich muss gestehen, dass ich auch schon mit dem Gedanken gespielt habe …

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß mit der Kleinen!

    Gruß aus LEV

    Klaus

    Antworten
    1. Jörn Daberkow
      18. März 2017

      Moin Klaus,

      ja, das ist wirklich Begeisterung. Für mich ist es etwas ganz Neues, so zu fotografieren. Das macht total viel Spaß. Du denkst auch über eine X100F nach? Bin gespannt, ob mehr daraus wird!

      Jörn

      Antworten

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