Hochzeitsfotografie

Hochzeitsfotograf

5. Mai 2017 – Hochzeit. Alte Freunde. Ich als Fotograf. Die Bedingungen? Mistwetter gepaart mit dunklen Räumen. Schönes Licht? Fehlanzeige. Das gab’s hier nicht. Gestern nicht und nie. Wie also tolle Bilder machen? Da sah ich nur eine Chance: freistellen, freistellen, freistellen …

Im Standesamt stellte sich eine weitere Frage – die nach dem perfekten Glas. Ich schwankte zwischen 50mm f/1,8 und 35mm f/2,0 Entschieden habe ich mich dann mal für die eine und mal für die andere Brennweite. Mehr noch: Ich habe mal die X100F und mal die EOS 6D verwendet.

Die X100F sollte eigentlich nur meine Reservekamera sein. Für den Fall, dass die 6D genau an diesem Tag das Zeitliche segnen würde. Ich wollte hinterher nicht mit leeren Händen dastehen, denn in der Fotografie gibt es kaum eine höhere Verantwortung, als auf Hochzeiten …

35mm passten recht gut für das Trauzimmer. Damit bekam man das Brautpaar wunderbar auf’s Bild. Viel mehr Platz zum Abstand halten gab’s nämlich nicht – und wo es den gab, habe ich entweder mit 50, oder mit 85mm gearbeitet. Ausnahmslos mit Offenblende.

Die Räumlichkeiten waren sauber und modern, versprühten aber eher Behördencharme, als Nestwärme. Dem Anlass war das durchaus angemessen. Standesamt eben. Da hat man das „Amt“ bereits im Namen. Es wurde trotzdem eine sympathische Trauung. Die zuständige Mitarbeiterin hat da einen sehr guten Job gemacht.

Während der Zeremonie war ich abwesend. Ich war mit fotografieren beschäftigt. Kein Ohr für Worte. Nur Augen für Motive. Ein Lächeln hier, zwei Ringe dort. Gäste, Licht und Farben.

Anschließend gab es eine längere Pause. Bis zum Beginn der abendlichen Party. Die Zeit habe ich daheim zur Sichtung der ersten Bilder genutzt.

Am späten Nachmittag war feiern angesagt. Die Räumlichkeiten waren noch mal erheblich dunkler. Der hier genutzte ISO-Bereich? 400 – 2500. High-ISO-Aufnahmen habe ich anschließend mit der in Lightroom integrierten Rauschreduzierung behandelt. Der genutzte Höchstwert: 26. Manche dieser Aufnahmen habe ich nicht entrauscht, dafür aber in Schwarzweiß gewandelt.

Die Aufgabenstellung an der Partylocation: Alle Gäste sollten vor der Tür in einem selbst in der Hand zu haltenden Bilderrahmen fotografiert werden. Ich weiß nicht, wie viele Leute da waren, tippe aber auf rund 50 Personen, die sich teils nur als Paar und oft zusätzlich einzeln aufnehmen ließen. Das Schöne bei diesen Aufnahmen: Hat man erstmal eine passende Belichtung gefunden, musste nichts mehr geändert werden.

An diesem Abend sind 669 Fotos entstanden, von denen ich 20 direkt gelöscht habe. Die Gründe sind vielfältig. Ein Lidschlag (geschlossen Augen auf dem Foto), weggedrehte Gesichter während der Auslösung, jemand lief durchs Bild, einige Aufnahmen, die unscharf waren.

Canon liefert mit der EOS 6D sehr viel Farbe und Wärme ab. Hier galt es eine Bearbeitung zu finden, die den optimalen Mittelweg zwischen den vergleichsweise kühlen Fujifilm-Farben und Canon boten. Den Canon-Aufnahmen habe ich oft etwas Orange entzogen.

Jörn Daberkow

PS: Ich bin bekannt dafür, dass ich eher ungern viel Zeit in Gesellschaft verbringe. Im Gespräch mit zwei jungen Frauen wollte ich deshalb wissen, was denn heute das Wort für das alte „Spaßbremse“ ist. Bei der Gelegenheit habe ich tatsächlich eine neue Vokabel gelernt. Spaßbremse heißt heute „Abknigger“. 🙂

4 Comments on “Hochzeitsfotograf

  1. Schöne Kamera Kombi für Hochzeiten. Bei diesen Anlässen begleite ich allerdings lieber am Klavier oder Flügel als zu fotografieren 😉

    • Das finde ich auch cool! Da hätte ich dich gern dabei gehabt! 🙂

  2. Welche Kamera hast Du denn jetzt mehr benutzt, Fuji oder Canon? Und welche gab Dir bei der Aufgabe ein besseres Gefühl? Welche Bilder fandest Du ansprechender?

    Gruß Walter

    • Beide Kameras kamen etwa gleich häufig zum Einsatz. Auf der Canon hatte ich das 50er STM und die X100F bietet ja 35mm. Das war hier recht praktisch, weil ich zügig von „möglichst viel drauf“ zu freistellen wechseln konnte. Welche Bilder besser sind? Schwierig zu beantworten. Sehr schwierig. Die Fuji scheint mir jedenfalls schärfer. Die Canon kann in der hier zum Einsatz gekommenen Kombi besser freistellen. Der Vergleich ist aber unfair.

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