So schnell kann es gehen …

Samstag, der 25. November 2017. Nachmittags. Kurz bevor die Sonne untergeht. Ich war an der Elbe. Nach Teneriffa hatte ich mal wieder Lust. Bilder für eine neue Serie im iBook zur X100F. Das Licht war schön. Meine Ausbeute? 54 Fotos. Vielleicht kann ich sie verwenden. Mal sehen. Dann der Heimweg. An was ich dachte? Vergessen. Mir kam frontal ein Auto entgegen. Ganz plötzlich. Sehr schnell.

Ein schwarzer Polo. Die vorletzte Generation. Am Steuer? Eine Frau. Ihr Gesicht? Hab‘ ich kaum gesehen. Vermutlich war sie abgelenkt. Sie kam von der Straße ab. Plötzlich teilten wir uns den Gehweg. Ich zu Fuß, sie mit 50 / 60 Km/h im Auto. Ohne zu bremsen. Ich glaube, sie war zu erschrocken.

Alles ging unheimlich schnell. Ich konnte nicht mal einen Satz denken. Nicht mal „Scheiße!“. Und selbst wenn ich vorbereitet gewesen wäre: Links neben mir war eine dichte Hecke. Da wäre ich mit keinem Sprung der Welt durchgekommen. Bevor irgendwas passiert ist, hat sie das Auto wieder unter ihre Kontrolle bekommen. Sie ist auf der Straße weitergefahren. Immer noch ungebremst. Und ich bin weiter gegangen. Immer noch ohne zu denken. Nachgedacht habe ich erst heute.

Eigentlich weiß ich es jeden Tag, aber dieses Wissen wurde gerade wieder aufgefrischt: Das Leben ist jetzt.

Was in einer Minute ist, kann man nicht voraussehen. Und wenn dann etwas passiert, kann man vielleicht nicht mal rechtzeitig reagieren.

Ja, das Leben ist jetzt. Mach‘ was draus!

Jörn Daberkow

3 Comments on “So schnell kann es gehen …

  1. Unterschrieben! Ein Verwandter wurde durch einen Unfall vor einigen Jahren auch „wie aus dem Nichts“ aus dem Leben gerissen. Wollte sich von seinem Geburtstagsgeld im Baumarkt was schönes kaufen, fährt mit dem Fahrrad gut gelaunt dorthin und wird von einem Auto überfahren, welches ihm die Vorfahrt genommen hat.

  2. Hallo Jörn,

    da hattest Du aber ein ganz übles Erlebnis. Glücklicherweise ist es aber noch mal gut gegangen. Die wirkliche Tragweite erkennt man dann vermutlich erst nach Stunden oder Tagen. Ich denke mal, so ein Erlebnis vergisst man nie.

    Und ja, das Leben ist jetzt. Man sollte es genießen, solange noch etwas in der Sanduhr ist.

    Gruß aus LEV

    Klaus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.