surfin’ the web – retro

Unlängst kehrte ich allen amerikanischen „social“ Networks den Rücken. Gleich danach stellte sich die Frage, auf welche Weise ich den Aktivitäten von Menschen und Magazinen folgen kann, die ich mag, interessant, oder relevant finde. Die Lösung war überraschend einfach. Sie besteht aus gerade mal 3 Buchstaben.

Das Zauberkürzel heißt RSS (really simple syndication). Jedes Blog und viele andere Webseiten stellen einen „RSS-Feed“ zur Verfügung. Im Zuge der immer stärker werdenden Netzwerke geriet RSS allerdings immer mehr in Vergessenheit.

Google stellte den eigenen RSS-Reader sogar ein – vielleicht ja auch ein bisschen in der Hoffnung, dass die User-Gemeinde nun Google+ nutzen würde, um dort den favorisierten Angeboten zu folgen. Das funktioniert auch gut – wenn die gewünschten Angebote auch Teil der Google-Plattform sind, nur geht es dabei – wie bei Facebook – um eine nicht öffentliche Plattform.

Man kann sich über die Sinnhaftigkeit solcher Abschottungen streiten – oder auf andere Angebote ausweichen. Ich nutze nun die App „Reeder 3“ von Silvio Rizzi – und zwar auf dem iMac und auf meinem iPad Air. Beide Apps kosten Geld, aber beide sind unheimlich komfortabel und sehr schick anzusehen.

Seit gestern binde ich die ersten RSS-Feeds in den Reeder 3 ein und für mich ist das eine gute Gelegenheit, zu überprüfen, ob ich bestimmte, gebookmarkte Angebote überhaupt noch interessant finde. Es wird also darauf hinauslaufen, dass meine Lesezeichen-Sammlung am Ende erheblich kleiner sein wird.

Alles in allem fühle ich mich mit Reeder 3 sehr wohl. Man kann z. B. direkt aus der App auf einem Blog kommentieren. Sehr komfortabel!

Ach ja … Dem Reeder 3 genügt es, einfach die gewünschte URL anzugeben. Denn RSS-Feed findet die App dann von allein.

Jörn Daberkow

20 Comments on “surfin’ the web – retro

  1. Hallo Jörn

    Diesen Weg habe ich ebenfalls eingeschlagen und verpasse überhaupt nichts. Allerdings möchte ich auch nicht, wie du auch, auf die lesenswerten Artikel verzichten und nutze ebenfalls RSS.

    • Hallo Ralf,

      schön, dich mal wieder zu lesen! Ich bin zunehmend froh, dass ich aus diesem ganzen „Social-Media-Gedöhns“ raus bin. Ich wundere mich gerade, dass ich mir das lange angetan habe.

  2. Moin,

    da stimme ich Dir zu. Bei mir ist RSS Notifier in der Safarileiste, klappt prima.

    Liebe Grüße

    Angela

    • Hi Angela,

      was mich nur wundert ist, warum ich RSS nie so richtig auf dem Schirm hatte … Aber gut, jetzt hab‘ ich’s!

  3. Damit erreichts Du nur auch nicht dass, was Du in dem anderen Artikel in den Kommentaren bemängelt hast – dort schriebst Du:

    „… es scheint mir auch so zu sein, dass es Besucher abzieht, weil all jene, die früher ihre Lieblings-Blogs ganz real besucht haben, nun bei den Netzwerken schauen, welche Beiträge verlinkt wurden und dann dort entscheiden, ob sie den Beitrag lesen wollen.“

    Und jetzt lesen sie Deinen Artikel bzw. den Anriss im RSS-Reader und entscheiden, ob sie den Beitrag lesen wollen. Genau wie bei G+ etc. vorher 🙂

    • Hi Andreas,

      stimmt schon. Aber meine Art zu surfen war ja auch nicht der Grund, warum ich meine Netzwerk-Accounts gekündigt habe.

      Ich weiß nicht, ob ich da richtig liege, aber ich gehe davon aus, dass wenn ich in „Reeder 2“ einen Artikel aufmache, dann erzeugt das im Blog auch einen realen Seitenaufruf. Zudem kommentiere ich aus der Software direkt ins Blog – und nicht in G+

      • Hallo Jörn, nein – im Reeder wir die RSS-Datei einlesen und angezeigt. Erst wenn Du dort dann auf weiterlesen klickst – oder auf die Überschrift, dann bekommst Du den Besucher, bzw. den Seitenaufruf.

  4. Na, Jörn,

    willkommen bei den RSS-Readern – das ist mein bevorzugter Weg, um seit schätzungsweise fast 10 Jahren an die Informationen zu kommen, die ich haben will. Früher war ich NetNewsWire-Nutzer, aber die haben es gründlich vermasselt, ihren Reader zu pflegen und er wurde dann verkauft. Seit es Reeder gibt, nutze ich das Programm, musste es aber beim Schließen von Google-Reeder als Synchronisationsbasis leider eine Weile ablegen. Dann habe ich zwangsweise ein halbes Jahr feedly im Browser benutzt – nicht ganz so komfortabel. Reeder 2 unterstützt feedly, so dass ich wieder genussvoll meine bevorzugten Seiten durchsehen kann. Die Synchronisation über feedly ist mir wichtig, weil ich da auf iPad und zwei Macs den gleichen Stand habe.

    Täglich sehe ich so ca. 500 Artikel durch – manchmal ist mir das fast zu viel. Aber ich bin zu neugierig.

    Viele Grüße, Ulf

    • Hallo Ulf,

      danke für dein Willkommen. 🙂

      500 Artikel wären mir aktuell definitiv zu viel – zumindest, wenn man sie herkömmlich aufruft. In Reeder 2 ist das allerdings deutlich komfortabler. Du siehst ja meine augenblickliche Liste von Feed-Anbietern. 500 Beiträge werden da noch nicht zusammenkommen. Kann aber noch passieren, wenn ich erst mehrere Anbieter integriert habe.

  5. Hi Jörn,

    ich nutze auch seit Jahren RSS Reader. Von schlichten textbasierten über interessante Layouts auf dem iPad bin ich schließlich bei Pulse gelandet. Gibt’s im Browser und als Apps für iPhone, iPad & co. Ist schnell, sieht gut aus und funktioniert problemlos.

    Bei der Web-Variante wird’s leider bei einer größeren Anzahl von Quellen etwas unübersichtlich, da man entweder Quelle für Quelle einzeln durchschalten muss oder alles durcheinander gezeigt wird. Bei den Apps ist’s aber super gelöst – mit je einer scrollbaren Zeile von Artikeln pro Quelle. Kann ich wirklich empfehlen!

    • Moin Hannes,

      mir ist unbegreiflich, warum ich mich nie so richtig mit dem Thema RSS beschäftigt habe. Das wird jetzt nachgeholt. Was Pulse angeht, ist der Zug bereits abgefahren. Mir gefällt der Reeder 2 so gut, dass ich dabei bleiben werde.

      • Bei RSS-Readern gehen die Geschmäcker ja auch stark auseinander. Und viele wissen nichteinmal mehr, was RSS eigentlich ist … Schon irgendwie traurig, ist’s doch eigentlich die bessere Technologie als irgendwelche sozialen Netze als Mittelmann zu benutzen.

        Aber hey, solange ich meine RSS Feeds sogar noch auf meinem iPad 1 lesen kann ist alles super. Mein gutes, altes iPad fühlt sich in letzter Zeit übrigens wieder recht schnell an. Keine Ahnung woran das liegt, aber ich bin mir sicher nach der iPad Air 2-Vorstellung morgen wird es sich umso langsamer anfühlen. :s

        • Ja, deshalb schrieb ich auch das mit dem „Retro“. Eigentlich ist es doch eine komfortable und moderne Technologie. Ist nur ein wenig in Vergessenheit geraten.

          Auf das iPad Air 2 bin ich zwar neugierig, ich würde mich aber mehr freuen, wenn es morgen Yosemite zum Download gibt …

          • Zu Recht! Ich nutze die Public Beta ja seit es sie gibt, und seit etwa einem Monat ist sie praktisch perfekt. Sieht super aus, ist sehr performant, noch stromsparender als Mavericks und einige der Komfortfeatures wie iCloud Drive sind echt super.

            Trotzdem ist mir ein iOS 8.1-Release erstmal wichtiger. Mein iPhone wird mit 8.0.2 regelmäßig gebraten. Soll heißen: Es läuft im Standby in der Hosentasche heiß und leert einen vollen Akku in nichtmal 20 Minuten … Und auch sonst läuft nix mehr rund. Ein so fehlerbefallenes Betriebssystem hatte ich seit der ersten Version von Windows Vista nicht mehr …

            • Moin Hannes,

              ja, was ich so auf Bildern gesehen habe, machte einen sehr guten Eindruck! Freue mich schon drauf!

              iOS … In 20 Minuten ein leerer Akku? Das ist heftig!

  6. Hi Jörn, weil ein Leser damals RSS nicht mehr zeitgemäß fand, habe ich meine fb-Seite ins Leben gerufen. Ich nutze fb nicht oft, um anderen Seiten zu folgen. Für mich sind RSS-Feeds in feedly die Hauptinformationsquelle. Das ist komfortabel und nett anzuschauen, aber aus feedly heraus kann ich nicht kommentieren. Vielleicht in der kostenpflichtigen Variante, weiß ich gar nicht. RSS ist nicht tot 🙂 Oder kommt es vielleicht auf die Altersgruppe an? 😉
    LG, Conny

    • Hi Conny,

      also ich habe RSS sozusagen „eben“ erst für mich entdeckt und fühle mich ziemlich wohl damit. Ist echt super komfortabel! Ob das jetzt was mit dem Alter zu tun hat? Womöglich … Die Gruppe, die 20-30 Jahre jünger als wir sind, ist vermutlich gleich bei Facebook und Co eingetreten und hat sich nie mit was anderem beschäftigt. 🙂

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